“Klimaschutz und was kann die Dachdeckerinnung Siegen-Wittgenstein dazu leisten”
.....war das Thema einer Veranstaltung, zu der die Dachdeckerinnung und ihre Energieberater in das Haus des Handwerks eingeladen hatten. Hochkarätig besetzt war die Gesprächsrunde mit dem Gast aus Berlin, Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretät beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, begleitet von Willi Brase, MdB.
Ulrich Marx und Josef Rühle vom Zentralverband und Artur Wierschem vom Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks (DDH) sowie Manfred Struwe, Landesinnungsmeister des DDH waren gerne nach Siegen aufgebrochen, um die Gelegenheit zu nutzen, der Politik die Sorgen und Ängste des Handwerkers in der momentanen Krise zu schildern und um Hilfestellung zu bitten, damit sie gut gerüstet einen Weg finden, heraus aus der Krise, in die Zukunft des Dachdeckerhandwerks. Ullrich Hegner, Obermeister der Innung, begrüßte die Gäste, den Vorstand, Elmar Moll, Kreishandwerksmeister, und Jürgen Haßler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Westfalen-Süd.
Allen ging es um den Zukunftsmarkt, die energetische Sanierung. Gerade das Dachdeckerhandwerk leiste durch die Zukunftstechnologien, so wie Wärmedämmung auf dem Dach, der Fassade, Fenster, Kellerdeckendämmung, Solarthermie, PV-Anlagen, Dachbegrünung und Solarthermie in Verbindung mit der Wärmepumpe, einen großen Beitrag für den Klimaschutz, so Obermeister Ullrich Hegner. Michael Müller fasste es klar zusammen, “Klimaschutz ist ohne die Handwerker nicht machbar. Wir müssen das Handwerk stärken.” Vor allem das Berufsbild des Dachdeckers werde sich in Zukunft zum Dachtechniker ändern. Auf die zentrale Bedeutung der energetischen Gebäudesanierung für den Klimaschutz wies Müller hin. “Der Gebäudebereich ist von zentraler Bedeutung für die Erschließung der großen Energieeinspar- und CO2-Minderungspotenziale im Wärmemarkt. Die Reduktion des Wärmebedarfs durch energetische Sanierung an der Gebäudehülle, eine effiziente Wärmebereitstellung und der Einsatz erneuerbarer Energien sind Handlungsstufen, die optimal aufeinander abgestimmt sein müssen”, sagte Müller. So meinte Ulrich Marx, dass der heutige Dachdecker in Zukunft sicherlich als Gebäudehüllenmanager tätig sein wird.
Dass die Innung in Siegen-Wittgenstein mit ihren Energieberatern auf dem richtigen Weg und in Nordrhein-Westfalen die Ersten seien, hob Landesinnungsmeister Struwe lobend hervor. “Wir sind dabei ihr Konzept auf andere Innungen zu übertragen”. Rund 26 Millionen Häuser seien in Deutschland energetisch noch nicht auf dem Stand der Technik und verpulverten zu viel Energie. Energiesparen werde noch attraktiver, auch weil die Kosten für Öl und Gas ständig steigen.
Die Einführung einer Energiesparprämie, stärkere finanzielle Anreize für Modernisierungsmaßnahmen, bedarfsorientierte Energiebedarfsausweise, verpflichtend für alle Gebäude, die Aufstockung der Zuschüsse aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm und vieles mehr, waren Wünsche und Forderungen, die dem Staatssekretär mit auf den Weg nach Berlin gegeben wurden. So sprach Josef Rühle die Problematik der Energieeinsparverordnung an, bezüglich der Unternehmerhaftung, bzw. -Verantwortung. “Reichen Sie Ihre Ideen ein. Meine Aufgabe ist es, die Ideen aufzugreifen”, forderte Michael Müller alle Anwesenden auf. “Für die Krisenbewältigung sind neue Strategien für die intelligente Produktion unerlässlich.” Willi Brase (MdB) will die Anliegen der Handwerkerschaft zusammen mit Staatssekretär Müller in Berlin unterstützen. “Energieeffizienz ist das Gebot der Zukunft” so Willi Brase, dazu gäbe es keine Alternative.




