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Erste Zeichen für wirtschaftliche Erholung im Dachdeckerhandwerk

das dach Ausgabe III / 2026

Das Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gestiegen. Der Auftragseingang im Bauhauptgewerbe legte im Juni um sechs Prozent zu. Auch die Dachdecker schätzen ihre Lage laut aktueller ZVDH-Betriebsumfrage wieder positiver ein: Der Auftragsvorlauf liegt bei vier bis fünf Monaten, und 86 Prozent der Betriebe spüren nur geringe oder gar keine Auswirkungen auf ihr Tagesgeschäft. Wir zeigen, was der ZVDH jetzt von der Politik fordert, von der Dämmförderung bis zu Solar-Gründächern, und wie der Verband Betriebe bei der Nachfolge stärker unterstützen will.

Erfolgreicher Generationenwechsel: Die Geschwister Monteton übernehmen

Luca und Chiara Monteton haben den Familienbetrieb ihres Vaters Ingo in Wattenscheid übernommen und ihn in kurzer Zeit von 7 auf 25 Mitarbeitende vergrößert. Mit eMonteton haben sie ein eigenes Geschäftsfeld rund um Photovoltaik, Gründach und ökologische Dämmung aufgebaut. Fachkräftemangel kennen sie dank ihrer Präsenz in den sozialen Medien bislang nicht. Chiara Monteton ist als „Dachdeckerin Chiara“ inzwischen die bekannteste Dachdeckerin Deutschlands.

Ausbildung als Zukunftsmodell: Ewald Sahm GmbH

Unter den 41 Mitarbeitenden des DEG-Mitgliedsbetriebs Ewald Sahm GmbH aus Burbach sind aktuell elf Auszubildende, allein 2025 kamen sechs neue Lehrlinge dazu. Die Brüder Michael und Pascal Sahm kooperieren eng mit der benachbarten Gemeinschaftsschule und integrieren ihre Azubis vom ersten Tag an in die Arbeit. Ihr Motto dabei lautet: Lernen geht vor Tempo.

In Eigenregie geplant und gebaut: Mehrfamilienhaus in Holzbauweise

Zimmerermeister Marcus Jütten baut in Hellenthal in der Eifel ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen in Holzständerbauweise. Zum Energiekonzept gehören eine Erdwärmepumpe, eine PV-Anlage und eine Dämmung aus Zellulosefasern. Nach nur zehn Tagen Montage stand das komplette Gebäude. Material vom Bauholz über das Flachdachsystem bis zur Photovoltaikanlage lieferte die DEG-Niederlassung Frechen, mit der Jütten seit rund sieben Jahren zusammenarbeitet.

Arbeitssicherheit: Leiterunfälle lassen sich vermeiden

In der Bauwirtschaft kommt es jedes Jahr zu rund 7.000 Leiterunfällen, oft mit schweren Verletzungen und langen Ausfallzeiten. ZVDH-Vizepräsident Felix Schneider erklärt, warum es dagegen keine neuen Vorschriften braucht, sondern das konsequente Anwenden von Bekanntem: von „Stufe statt Sprosse“ über das 5-Punkte-Programm der BG Bau bis zu den Arbeitsschutzprämien für sichere Leiteralternativen.